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Werner Hilse zur VW-Diskussion: Ein Lernangebot für die Autostadt

Erstellt am Freitag, 24. April 2015
L P D - Ein „besonderer Ort“, als den sich die Restaurants der VW-Autostadt bezeichnen, benötigt offenbar ein besonderes Angebot. „Wir laden den Manager der Autostadt-Restaurants gern auf unsere Höfe ein, damit er sich ein zutreffendes Bild von moderner Landwirtschaft machen kann“. Mit dieser Einladung reagiert Landvolkpräsident Werner Hilse auf die Werbung der zum Volkswagenkonzern gehörenden Autostadt-Restaurants in Wolfsburg, die auf ihrer Internetseite mit einigen sehr pauschalen und schlicht nicht zutreffenden Aussagen die Landwirtschaft diffamieren. „Ob die Gäste der Autostadt-Restaurants vitale, vegetarische oder vegane Ernährungsstile bevorzugen, mögen sie selbst entscheiden“, schreibt Hilse an Otto-Ferdinand Wachs als Sprecher der Geschäftsführung der Autostadt. Die Werbung für die entsprechenden Restaurants, die nur ein Segment des Gesamtangebotes der zehn Restaurants in der Autostadt abdecken, gingen eindeutig an der landwirtschaftlichen Realität vorbei. „Nahrungsmittel sind heute so sicher und gut kontrolliert wie nie zuvor“, schreibt Hilse und empfiehlt den Autostadt-Managern einen Blick in die Berichte der amtlichen Lebensmittelüberwachung. Weder Medikamente noch Hormone oder gar Fäulnisbakterien seien heute in landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu finden, argumentiert der Landvolkpräsident. Die Autostadt propagiert auf ihrer Internetseite „Lernangebote“ für Schulen und andere Interessenten, sie sollte im Gegenzug ihren Mitarbeitern besser einen Einblick in die landwirtschaftliche Praxis ermöglichen. Dort können sie sich überzeugen, dass Landwirte sehr verantwortungsbewusst arbeiten. „Unsere Landwirte sehen sich dem Verbraucherschutz ebenso verpflichtet wie Tier- und Umweltschutz oder auch der Fürsorge gegenüber ihren Mitarbeitern“, betont Hilse.

„Landwirte, die wie ich selbst ein Auto aus dem Angebot des VW-Konzerns gewählt haben, müssen sich doppelt diskriminiert fühlen“, schreibt Hilse. Wenn der Konzern seine Kunden derart düpiere, müsse er in Kauf nehmen, dass sie sich für andere Marken entscheiden. Und auch die große Zahl ehemaliger Bauern oder Nebenerwerbslandwirte, die heute ihren Arbeitsplatz in einem der niedersächsischen VW-Werke haben, dürften sich durch die von den Autostadt-Restaurants geäußerten Verunglimpfungen in ihrer Ehre getroffen fühlen, appelliert Hilse an mehr Ehrlichkeit und Fairness.